9:30
Der Taxifahrer, der Philosoph, er schlief. Durch den grünlichen, an manchen Stellen seidendünnen Vorhang kam Sonnenlicht hinein, wurde vom Stoff trübe gefärbt und fiel in das mehr schlecht als recht aufgeräumte Wohnzimmer. Er schnarchte ganz leise, neben ihm, auf einem ledernen Sofa, das leicht speckig aussah, lag seine Freundin. Auch sie schnarchte leise. Eine kleine Blase wuchs und verschwand in ihrem Mundwinkel im Takt des Atems.
Er hatte eine Dose Doctor Pepper in der einen, das zerknüllte Briefchen aus einem Glückskeks in der anderen Hand.
Er schlief ruhig, er schläft schon viel zu lange. Seit Jahren.
Bald, endlich, wird es Zeit aufzustehen.
Steh auf!
Nokia-Tune.
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[…] 8:30 Karl Herrmann saß an seinem Küchentisch und fuhr mit dem dicken Zeigefinger die Ringe nach, die zahllose Kaffeetassen auf dem rohen Echtholz (Eiche, glaubte er) hinterlassen hatten. Er hatte einen kleinen Kater, ein paar Bier waren es gestern schon gewesen, vielleicht eines zuviel. Oder auch nicht, all die Sorgen hätten ihn sonst die ganze Nacht über wach gehalten. Nun waren sie wieder da, schlimmer als jeher. Die Zeit lief ab. […]